AD(H)S in Schaffhausen.
Wenn Konzentration, Organisation und innere Unruhe seit Jahren Kraft kosten, lohnt sich eine saubere Abklärung. Bei Dr. med. Hans-Peter Eberhard, Facharzt FMH für Psychiatrie und Neurologie.

Nicht faul, nicht unbegabt — oft einfach anders verdrahtet.
Viele Menschen mit AD(H)S haben sich jahrelang für unorganisiert oder unzuverlässig gehalten. Dabei ist die Aufmerksamkeitsregulation gestört, nicht der Charakter. Eine Abklärung bringt vor allem eines: eine Erklärung, die stimmt — und darauf aufbauend Handlungsmöglichkeiten.
AD(H)S beginnt in der Kindheit, wird aber häufig erst spät erkannt. Besonders dann, wenn die Hyperaktivität fehlt und stattdessen Verträumtheit und innere Unruhe im Vordergrund stehen — früher oft als „ADS" bezeichnet.
Typische Themen bei Erwachsenen
- Aufgaben werden begonnen, aber selten fertig — der Schreibtisch ist voller angefangener Dinge
- Termine, Rechnungen, Formulare: chronisch auf den letzten Drücker oder verpasst
- Innere Unruhe, ein Kopf, der abends nicht abschaltet
- Impulsivität in Gesprächen, in Entscheidungen, beim Geldausgeben
- Stimmung, die schnell kippt; geringe Frustrationstoleranz
- Auffällig gute Leistung bei Dingen, die wirklich interessieren („Hyperfokus")
- Über die Jahre: Erschöpfung, Selbstzweifel, manchmal eine Depression obendrauf
Typische Themen bei Kindern und Jugendlichen
- Schwierigkeiten, in der Schule bei der Sache zu bleiben; häufiges Träumen
- Motorische Unruhe, Schwierigkeiten still zu sitzen
- Hausaufgaben werden zum täglichen Konflikt
- Deutliche Lücke zwischen Begabung und Zeugnis
Wichtig: Jedes einzelne dieser Merkmale kennt fast jeder Mensch. Für eine Diagnose zählt, ob die Symptome seit der Kindheit bestehen, in mehreren Lebensbereichen auftreten und tatsächlich belasten. Genau das ist die Aufgabe einer sorgfältigen Abklärung.
Sorgfältig statt schnell — ein Fragebogen reicht nicht.
Eine AD(H)S-Diagnose stellt man nicht in zwanzig Minuten. Sie entsteht aus mehreren Bausteinen, meist verteilt über einige Wochen.
Erstgespräch
Ihre Beschwerden, Ihr Alltag, Ihr Leidensdruck. Was funktioniert nicht — und seit wann? Am Ende steht ein gemeinsamer Plan für die Abklärung.
Vorgeschichte & Fragebögen
Standardisierte Fragebögen, dazu der Blick zurück auf Kindheit und Schulzeit. Alte Zeugnisse und, wenn möglich, Angaben von Eltern oder Partner helfen sehr.
Was sonst dahinterstecken kann
Konzentrationsprobleme haben viele Ursachen. Wir prüfen unter anderem Schlafstörungen, Depression, Angststörungen, Schilddrüse und Substanzkonsum — und nutzen bei neurologischen Fragen das EEG.
Alte Schulzeugnisse (besonders die Bemerkungen zum Arbeitsverhalten), frühere Arztberichte, eine Liste Ihrer Medikamente und — falls vorhanden — Notizen dazu, welche Situationen im Alltag konkret schwierig sind.
Wenn eine nahe Person aus Ihrer Kindheit erreichbar ist, ist deren Sicht sehr wertvoll. Sie muss nicht mitkommen; ein Telefonat oder ein ausgefüllter Fragebogen genügt oft.
Eine Diagnose ist noch keine Tablette.
Was hilft, setzt sich meist aus mehreren Bausteinen zusammen. Welche davon zum Einsatz kommen, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen.
Verstehen, was los ist
Psychoedukation ist der wirksamste erste Schritt. Wer versteht, warum bestimmte Dinge schwerfallen, hört auf, sich selbst dafür zu verurteilen.
Struktur im Alltag
Konkrete Strategien für Termine, Aufgaben, Finanzen und Ablenkung. Nicht als Ratschlag, sondern schrittweise erarbeitet.
Psychotherapie
Besonders dann sinnvoll, wenn sich über die Jahre Selbstzweifel, Erschöpfung oder eine depressive Entwicklung dazugesellt haben.
Medikamente
Können deutlich helfen, sind aber kein Automatismus. Wir besprechen Nutzen, Nebenwirkungen und Alternativen offen — und kontrollieren den Verlauf regelmässig.
Neurofeedback
Ein EEG-basiertes Hirntraining, das ergänzend eingesetzt werden kann. Mehr dazu auf der Seite Neurofeedback.
Das Umfeld einbeziehen
Wenn Sie möchten, beziehen wir Partnerin, Partner oder Eltern ein. Vieles wird leichter, wenn die Menschen um Sie herum verstehen, was los ist.
Die fachärztliche Abklärung und Behandlung läuft in der Regel über die obligatorische Grundversicherung; Franchise und Selbstbehalt greifen wie bei jeder anderen Konsultation. Wenn Sie in einem Hausarzt- oder Telmed-Modell versichert sind, klären Sie vorab, ob eine Zuweisung nötig ist — Ihre Hausärztin hilft dabei.
Ergänzende Angebote wie Neurofeedback werden nicht in jedem Fall übernommen. Wir sagen Ihnen vorher, was das für Sie bedeutet.
Häufige Fragen.
Kann AD(H)S erst im Erwachsenenalter festgestellt werden?
Ja, und das ist häufig. AD(H)S beginnt in der Kindheit, wird aber oft erst spät erkannt — besonders bei Menschen ohne ausgeprägte Hyperaktivität. Deshalb gehört der Blick zurück auf Kindheit und Schulzeit fest zur Abklärung.
Wie lange dauert die Abklärung?
In der Regel mehrere Termine über einige Wochen. Das klingt lang, ist aber der Punkt: Eine Diagnose, die Sie über Jahre begleitet, sollte nicht nebenbei gestellt werden.
Muss ich dann Medikamente nehmen?
Nein. Eine Diagnose bedeutet nicht automatisch eine medikamentöse Behandlung. Viele Menschen kommen mit Aufklärung, Struktur und Psychotherapie gut zurecht. Wir besprechen alle Optionen offen — die Entscheidung liegt bei Ihnen.
Behandeln Sie auch Kinder?
Dr. med. Hans-Peter Eberhard befasst sich mit Diagnostik und Behandlung bei Kindern und Erwachsenen. Ob eine Abklärung in Ihrem konkreten Fall hier oder besser bei einer kinder- und jugendpsychiatrischen Stelle erfolgt, klären wir offen im ersten Telefonat unter 052 624 78 00.
Brauche ich eine Überweisung?
Das hängt von Ihrem Versicherungsmodell ab. Im Standardmodell können Sie sich direkt anmelden; in Hausarzt- und Telmed-Modellen ist meist eine Zuweisung nötig. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie kurz bei Ihrer Krankenkasse nach.
Wie melde ich mich an?
Telefonisch unter 052 624 78 00, jeweils Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 11:00 bis 12:00 Uhr. Die Online-Buchung gilt nur für die Hausarztsprechstunde, nicht für die Psychiatrie.
Klarheit schaffen — Schritt für Schritt.
Das erste Gespräch ist unverbindlich. Rufen Sie an, wir hören zu und sagen Ihnen ehrlich, ob eine Abklärung sinnvoll ist.
